BAföG

Die staatlich geförderte Studienfinanzierung

Was Sie wissen müssen...

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz und wird umgangssprachlich gebraucht für die seit dem Jahr 1971 bestehende staatliche Unterstützung für Studierende. Sie besteht in der Regel zur einen Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem unverzinslichen Staatsdarlehen.

Die eine Hälfte der Förderung wird den Studierenden damit geschenkt, die andere Darlehenshälfte muss nach dem Studium zurückgezahlt werden, dies jedoch unverzinst.

BAföG ist eine Sozialleistung und wird gewährt, wenn die finanziellen Verhältnisse der Eltern nicht ausreichen, um die Ausbildung zu finanzieren. Die Ausbildung an sich muss dabei förderungsfähig sein. Hierbei gilt: Eine erste Ausbildung ist in der Regel förderungsfähig, meist auch der zweite Bildungsweg und eine daran anschließende Ausbildung.

Ein Masterstudiengang wird insbesondere dann gefördert, wenn er auf einem abgeschlossenen Bachelor-Studiengang aufbaut und kein anderer Hochschulabschluss vorliegt.

Studierende dürfen zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr und bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht vollendet haben, um BAföG zu erhalten.

Die individuelle Förderungshöhe richtet sich nach dem Bedarf und dem anrechenbaren Einkommen und Vermögen des Studierenden sowie dem Einkommen der Eltern/ des Ehepartners.

Maßgeblich für die Berechnung des BAföG sind die Einkommensverhältnisse der Eltern/Ehegatten im vorletzten Jahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes. Beispiel: Beginn des Bewilligungszeitraumes 01.10.2018 = Einkommensverhältnisse Kalenderjahr 2016.

Grundsätzlich gilt: Der Regelsatz (Grundbedarf plus Unterkunft) bei einem Auszubildenden, der noch bei den Eltern wohnt, und einem Auszubildenden mit eigener Wohnung und Hausstand, ist unterschiedlich hoch.

Die BAföG-Förderungs­höchstdauer richtet sich nach der festgelegten Regelstudienzeit, die in der Studien- und Prüfungsordnung der jeweiligen Fachrichtung geregelt ist. Ab dem fünften Fachsemester wird BAföG nur geleistet, wenn der Studierende einen Leistungsnachweis vorgelegt hat.

Eine Förderung über die Regelstudienzeit hinaus kann in gesetzlich festgeschriebenen Ausnahmefällen für Studienzeit verzögernde Zeiträume gewährt werden, beispielsweise für die Erziehung eines Kindes oder die Arbeit in einem Hochschulgremium als gewähltes Mitglied.

Wir, das STUDIERENDENWERK, sind mit der Bearbeitung der BAföG-Anträge beauftragt. Alle notwendigen Formulare können Sie bei unserem Amt für Ausbildungsförderung (Reckhammerweg 1, 45141 Essen) einreichen. Die nötigen Formulare finden Sie online oder vor Ort in unserem BAföG-Amt.

Die Rückzahlungs­verpflichtung beginnt fünf Jahre nach dem Ende der Förderungs­höchstdauer. Die monatlichen Rückzahlungs­mindestraten von derzeit 105 € werden grundsätzlich vierteljährlich eingezogen. Zudem ist die Darlehensschuld derzeit auf insgesamt 10.000 € gedeckelt. 

Offene Sprechstunde

Amt für Ausbildungsförderung
Reckhammerweg 1, 45131 Essen

Mo und Do: 10:00 - 13:00 Uhr
Di: 13:00 - 15:30 Uhr

In der vorlesungsfreien Zeit nur Dienstag und Donnerstag

Telefonsprechstunde
Di und Fr:   09:00 - 12:00 Uhr
Tel.: + 49 201 82010-111

 

FAQ

  • Wie lange dauert die Bearbeitungszeit?

    Die Bearbeitungszeit eines BAföG-Antrags beträgt in etwa 2 Monate. Daher ist es sinnvoll, den Antrag sobald wie möglich und vollständig (!) einzureichen. Insbesondere Folgeanträge sollten rechtzeitig gestellt werden, da es zum Semesteranfang aufgrund der Vielzahl an Erstanträgen zu einem Bearbeitungsstau kommen kann.

  • Welche Fristen gibt es beim BAföG?

    Grundsätzlich gibt es keine allgemeinen Ausschlussfristen. Jedoch wird BAföG nicht rückwirkend bewilligt. D.h. wenn Sie Ihr Studium im Oktober beginnen und Ihren Antrag erst im November einreichen, dann verschenken Sie Ihre BAföG-Förderung für Oktober.

    Wer BAföG rechtzeitig und nahtlos erhalten möchte, der sollte seinen Antrag so früh wie möglich (2 Monate vor Ablauf des letzten Bewilligungszeitraums) beim Amt für Ausbildungsförderung einreichen.

    Für Erstanträge empfehlen wir eine direkte Antragsstellung, nachdem Sie den Zulassungsbescheid Ihrer Hochschule erhalten haben.

    Falls die Zeit knapp wird, aufgrund von Nachrückverfahren o.ä., kann ein vorläufiger formloser Antrag zur Fristwahrung gestellt werden.

  • Was passiert bei einem Fachrichtungswechsel?

    Durch einen erstmaligen Fachrichtungswechsel bis zum Ende des 3. Fachsemesters erlischt der BAföG-Anspruch nicht, wenn ein ‚‚wichtiger Grund’" vorliegt.

    Ein unabweisbarer Grund ist zudem grundsätzlich immer zu berücksichtigen, also auch nach dem 3. Fachsemester. Darunter versteht man einen objektiven Grund für den Fachrichtungswechsel, beispielsweise eine dauerhafte körperliche Einschränkung eines Sportstudenten nach einem Unfall. 

    Angerechnete Fachsemester von einem zum anderen Fachbereich werden gegebenenfalls auf die Förderungshöchstdauer angerechnet.

  • Was ist elternunabhängiges BAföG?

    In Ausnahmefällen ist eine elternunabhängige Förderung möglich.

    Die einzelnen Voraussetzungen hierzu lauten:

    • Der Studierende war nach Vollendung des 18. Lebensjahres und bis zum Beginn des Studiums insgesamt 60 Monate erwerbstätig, wobei Berufsausbildungszeiten nicht berücksichtigt werden. Erwerbstätig heißt, dass Sie so viel verdient haben müssen, dass Sie sich ohne Inanspruchnahme der Eltern selbst unterhalten konnten (aktuell 778,80 € monatlich - Stand: 10/2018). 
    • Der Studierende war nach dreijähriger Berufsausbildung mindestens drei Jahre Erwerbstätig; zusammen mit der Ausbildung muss eine Zeitspanne von mindestens 6 Jahren vorliegen.
    • Der Studierende ist bei Beginn des Ausbildungsabschnitts über 30 Jahre alt und weitere Voraussetzungen werden erfüllt - befragen Sie hierzu Ihren Sachbearbeiter.

    Bei elternunabhängiger Förderung sind Einkommenserklärungen der Eltern nicht mehr erforderlich. Das Einkommen des Ehegatten/eingetragenen Lebenspartners wird aber immer angerechnet.

  • Gibt es eine Altersgrenze?

    Studierende dürfen zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr und bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht vollendet haben, um BAföG zu erhalten.

  • Bekomme ich auch im Ausland BAföG?

    Für ein Studium im Ausland gibt es die Möglichkeit des Auslands-BAföG. Hierfür sind spezielle Ämter zuständig. Die jeweilige Adresse - abhängig von dem Land, in dem Sie studieren möchten - erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter oder unter www.bafoeg.bmbf.de.

    Weitere Förderungsmöglichkeiten bei einem Auslandsaufenthalt

    Besteht kein Anspruch auf Förderung nach BAföG, können Informationen über die Vergabe von Stipendien beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (www.daad.de), Kennedyallee 50, 53175 Bonn, und bei den Akademischen Auslandsämtern der Hochschulen (www.hochschulkompass.hrk.de) unter "Hochschulen" angefordert werden. Weitere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, 53170 Bonn (www.bmbf.de).

  • Kann ich mich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?

    Als BAföG-Empfänger haben Sie die Möglichkeit, sich vom Rundfunkbeitrag befreien zu lassen. Weitere Infos und den entsprechenden Antrag finden Sie hier: www.rundfunkbeitrag.de.

  • Was ist beim Ausfüllen des Antrags zu beachten?

    Um die Antragsfrist einzuhalten genügt zunächst ein formloser BAföG-Antrag. Die offiziellen Antragsformulare sind allerdings später nachzureichen. Bitte planen Sie ein, dass zwischen Beantragung und Auszahlung des BAföG-Betrages mehrere Wochen vergehen. Sie selbst können das Verfahren jedoch beschleunigen.

    Füllen Sie alle Felder aus! Auch wenn Sie meinen, irgendwo keine Angaben machen zu müssen, so machen Sie lieber einen Strich oder eine Null statt keine Angaben. Jede Lücke führt zu Nachfragen und Nachfragen führen zur Verzögerung - und Sie bekommen Ihr Geld schlimmstenfalls erst einen Monat später.

  • Wie oft muss ein neuer Antrag gestellt werden?

    Ausbildungsförderung wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Ihrem Förderungsbescheid ist auf Seite 1 zu entnehmen, für welchen Zeitraum Ihnen Ausbildungsförderung bewilligt wurde.

    Frühzeitig vor Ende des Bewilligungszeitraumes, etwa vier Monate vorher, sollten Sie einen unterschriebenen, vollständigen und mit allen Nachweisen versehenen Widerholungsantrag stellen, damit keine Zahlungsunterbrechungen entstehen.

  • Wann muss ein Eignungsnachweis erbracht werden?

    Mit Beginn des 5. Fachsemesters muss ein Eignungsnachweis darüber erbracht werden, dass Sie den ‚‚üblichen Leistungsstand‘‘ gem. § 48 Abs. 1 BAföG zum Ende des 4. Semesters erlangt haben.

    Bitte sprechen Sie mit Ihrer Sachbearbeiterin oder Ihrem Sachbearbeiter darüber, was dies in Ihrem konkreten Fall bedeutet.

  • Meine Eltern verweigern die Auskunft/Zahlungen- was nun?

    Weigern sich Ihre Eltern Auskunft über ihr Einkommen zu erteilen, beziehungsweise zahlen sie den angerechneten Einkommensbetrag nicht als Unterhaltsleistungen an Sie, so besteht die Möglichkeit, eine ‚‚Vorausleistung‘‘ zu beantragen.

    Das Amt für Ausbildungsförderung übernimmt nach Einzelfallprüfung ggf. die Zahlungen der Vorausleistungen neben dem BAföG-Anspruch. Dafür geht der Unterhaltsanspruch, den ein Studierender gegen seine Eltern hat, auf das Amt für Ausbildungsförderung über, wird von diesem gegebenenfalls per Unterhaltsklage zurückgefordert und bis zu diesem Zeitpunkt mit sechs Prozent verzinst.

    Sprechen Sie auf jeden Fall mit unseren sachkundigen BAföG-Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern.

  • Was darf ich zum BAföG hinzu verdienen?

    Bei einem Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten können Sie als Antragsteller 5.400,00 € (Stand 10/2016) brutto als Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit hinzuverdienen, ohne dass eine Anrechnung auf den BAföG-Satz erfolgt. Das heißt: Ein Mini-Job ist möglich, ohne dass sich die Höhe der BAföG-Förderung verändert. Bei Einkünften aus selbstständiger Arbeit liegt die Grenze bei 4.410,00 € brutto (Stand 10/2016).

    Das Kindergeld spielt für die Berechnung keine Rolle. Es wird nicht als Einkommen betrachtet und steht Ihnen somit zusätzlich zur Verfügung.

    Bitte beachten Sie: Andere Voraussetzungen gelten bei Praktikantenvergütungen oder bei Bezug von Waisenrente, diese werden in der Regel als Einkommen angerechnet. Bitte kontaktieren Sie bei Fragen hierzu Ihre Sachbearbeiterin oder Ihren Sachbearbeiter.

  • Wie wirkt sich mein eigenes Vermögen auf BAföG aus?

    Maßgeblich sind Ihre Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung. Hierfür sind umfassende Nachweise zu erbringen. 

    Vermögenswerte werden Ihnen auch dann zugerechnet, wenn Sie sie rechtsmissbräuchlich übertragen haben. Dies ist dann der Fall, wenn Sie im zeitlichen Zusammenhang mit der Aufnahme der Ausbildung übertragen wurden oder wenn Sie im Laufe Ihrer Ausbildung Teile Ihres Vermögens unentgeltlich oder ohne gleichwertige Gegenleistung Dritten, insbesondere Eltern oder Verwandten überlassen.

  • Was ist ein Härtefreibetrag?

    Auf Antrag kann zur Vermeidung unbilliger Härten, beispielsweise bei einer Behinderung des Studierenden oder des Unterhaltspflichtigen, ein Teil des Einkommens zusätzlich anrechnungsfrei bleiben.
    Berücksichtigt werden hier z.B. Behinderten- / oder Pflegepauschbeträge.

  • Was passiert bei falschen Angaben?

    Mit der Unterschrift auf dem BAföG-Antrag erklären Sie die Richtigkeit Ihrer gemachten Angaben mit rechtlicher Konsequenz, sollten sich Ihre Angaben als unwahr herausstellen.

    Zu wahrheitsgemäßen Angaben kann nur geraten werden, da das Amt für Ausbildungsförderung im Rahmen eines bundesweiten Datenabgleichs mit dem Bundeszentralamt für Steuern in der Lage ist, vorhandenes Vermögen festzustellen. Falsche Angaben führen zur Einleitung von Ermittlungen und gegebenenfalls zu Bußgeld-/ Strafverfahren wegen Missbrauchs von Sozialleistungen.

  • Was ist zu tun, wenn sich mein Einkommen oder das meiner Eltern ändert?

    Änderungen beim Einkommen des Antragstellers oder der Eltern, des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners, sind unverzüglich schriftlich mitzuteilen.

    Gegebenenfalls erfolgt eine Neuberechnung und es ergeht ein Änderungsbescheid.

News

BAföG-Fördersätze müssen stärker als geplant erhöht werden

Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag des Deutschen Studentenwerks (DSW)

Aktualisierte Studie „Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden“ des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag des Deutschen Studentenwerks (DSW) zeigt: BAFöG-Fördersätze müssen stärker als geplant erhöht werden.

Die BAföG-Fördersätze für Studierende müssen stärker angehoben werden, als von der Bundesregierung derzeit geplant, um die immer höheren Ausgaben der Studierenden abdecken zu können. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die das Deutsche Studentenwerk (DSW) beim Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin beauftragt hat.

Ein Team von Forscherinnen unter der Leitung von Dr. Dieter Dohmen, Direktor des FiBS, hat im Auftrag des DSW die erstmals im Mai 2017 vorgelegte Studie „Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden“ aktualisiert und die damaligen Daten um die jüngste, 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland aus dem Jahr 2016 ergänzt.
 
Im Vergleich zur Vorgänger-Studie von 2017, die damals auf Daten aus den Jahren 2012 und 2013 basierte, stiegen in den Jahren 2012 bis 2016 die Gesamtausgaben zum Beispiel für alleine, in einer WG oder einem Wohnheim lebende, unter 25-jährige Studierende seitdem im Schnitt um bis zu 18%, für Studierende, die zu den 15% mit den geringsten Einnahmen gehören, sogar um bis zu 31%. Überproportional stark angestiegen sind die Ausgaben für Miete (um bis zu 55%), Gesundheit (um bis zu 41%) und Fahrtkosten (um bis zu 38%).
 
Mit Blick auf den BAföG-Grundbedarfssatz schlussfolgern die FiBS-Autor/-innen, dass „500 bis 550 € angemessen“ wären; „gegenüber dem derzeitigen Betrag von 399 € wäre dies ein Anstieg um 25% bis 38%“, schreiben sie. Diese Zahlen meinen den BAföG-Grundbedarfssatz; hinzu kommen Pauschalen für die Unterkunft (derzeit 250 € im Monat) und die Kranken- und Pflegeversicherung (derzeit 86 € im Monat). Gemäß Eckpunkten des fürs BAföG verantwortlichen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), welche im November 2018 vorgestellt wurden, will die Bundesregierung den BAföG-Grundbedarfssatz zum Wintersemester 2019/2020 um 5% auf circa 420 € und zum Wintersemester 2020/2021 um weitere 2% im Monat erhöhen; die Wohnpauschale soll auf 325 € im Monat steigen.
 
DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde erklärt: „Die neue Studie zeigt, dass so viele Studierende wie nie zuvor neben dem Studium jobben müssen, um die gestiegenen Kosten aufzufangen. Ihre hohe Erwerbstätigkeit ist eben nicht eine Folge der guten Konjunkturlage, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet, dass das BAföG mit diesem Kostenanstieg nicht mithält. Der BAföG-Grundbedarfssatz muss dringend auf die vom FiBS empfohlenen 500 bis 550 Euro angehoben werden. Auch deuten die erheblich gestiegenen Fahrtkosten auf eine starke Zunahme von studierenden Pendlern hin, da sie sich die hohen Mieten am Studienort nicht mehr leisten können. Dies unterstreicht einmal mehr unsere seit Jahren erhobene Forderung nach einem öffentlich geförderten Ausbau der Wohnheimplätze in Hochschulstädten.“
 
Dr. Dieter Dohmen vom FiBS sagt: „Die Ausgabensteigerungen in den vier Jahren zwischen 2012 und 2016 sind deutlich höher als erwartet und betreffen die ärmeren Studierenden noch viel mehr als ihre Mit-Studierenden mit höheren Einnahmen. In der Spitze lassen sich Mietsteigerungen von bis zu 55 Prozent identifizieren. Wer eine neue Wohnung sucht, muss viel stärker in die Tasche greifen als noch vor ein paar Jahren. Aber auch die Steigerungen für Fahrtkosten und Gesundheit sind ausgesprochen hoch. Kein Wunder, dass die Studierenden vor allem bei der Ernährung sowie Kleidung, Freizeit und Lernmitteln versuchen zu sparen. Die Ausgaben für Ernährung so oft so niedrig, dass sie unterhalb des physiologischen Existenzminimum liegen dürften.“
 
Im Jahr 2017 erhielten gemäß der amtlichen Statistik rund 557.000 Studierende BAföG; vor der jüngsten Erhöhung zum Wintersemester 2016/2017 wurden im Jahr 2015 noch 611.000 Studierende gefördert. Der durchschnittliche Förderungsbetrag lag bei 499 € im Monat. Die Kosten fürs BAföG, für Schüler/innen und Studierende, trägt seit Anfang des Jahres 2015 der Bund. Sie lagen im Jahr 2017 für die Studierenden bei 2,181 Milliarden Euro.
 
Die neue FiBS-Studie „Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden. Aktualisierte Berechnungen anhand der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks “ zum Download:
https://www.studentenwerke.de/de/content/ermittlung-der-lebenshaltungskosten-von