BAföG

Die staatlich geförderte Studienfinanzierung

Was Sie wissen müssen...

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz und wird umgangssprachlich gebraucht für die seit dem Jahr 1971 bestehende staatliche Unterstützung für Studierende. Sie besteht in der Regel zur einen Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem unverzinslichen Staatsdarlehen.

Die eine Hälfte der Förderung wird den Studierenden damit geschenkt, die andere Darlehenshälfte muss nach dem Studium zurückgezahlt werden, dies jedoch unverzinst.

BAföG ist eine Sozialleistung und wird gewährt, wenn die finanziellen Verhältnisse der Eltern nicht ausreichen, um die Ausbildung zu finanzieren. Die Ausbildung an sich muss dabei förderungsfähig sein. Hierbei gilt: Eine erste Ausbildung ist in der Regel förderungsfähig, meist auch der zweite Bildungsweg und eine daran anschließende Ausbildung.

Ein Masterstudiengang wird insbesondere dann gefördert, wenn er auf einem abgeschlossenen Bachelor-Studiengang aufbaut und kein anderer Hochschulabschluss vorliegt.

Studierende dürfen zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr und bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht vollendet haben, um BAföG zu erhalten.

Wie hoch die BAföG-Förderung ausfällt, hängt im Wesentlichen von Ihrem Einkommen und Vermögen sowie von dem Einkommen Ihrer Eltern und/oder Ihres Ehepartners aus dem vorletzten Jahr ab. Beispiel: Beginn des Bewilligungszeitraumes 01.10.2019 = Einkommensverhältnisse der Eltern/Ehepartner Kalenderjahr 2017.

Aktuell können Studierende max. 853,00 € pro Monat erhalten. Ab dem Wintersemester 2020/21 steigt der Höchstbetrag um weitere 8,00 € auf 861,00 € an.

Pauschale für StudierendeWS 2019/20WS 2020/21
Grundbedarf419,00 €427,00 €
   
Wohnpauschale  
- bei den Eltern  55,00 € 56,00 €
- eigene Wohnung/ WG325,00 €325,00€
   
Zuschlag KV und PV*  
- U30 Jahre109,00 €109,00 €
- Ü30 Jahre189,00 €189,00 €
   
TOTAL (max.)853,00 €861,00 €

* Dieser Zuschlag wird Ihnen nur gewährt, wenn Sie sich selbst versichern (in der Regel erst ab dem 25. Lebensjahr).

Die BAföG-Förderungs­höchstdauer richtet sich nach der festgelegten Regelstudienzeit, die in der Studien- und Prüfungsordnung der jeweiligen Fachrichtung geregelt ist. Ab dem fünften Fachsemester wird BAföG nur geleistet, wenn der Studierende einen Leistungsnachweis vorgelegt hat.

Eine Förderung über die Regelstudienzeit hinaus kann in gesetzlich festgeschriebenen Ausnahmefällen für Studienzeit verzögernde Zeiträume gewährt werden, beispielsweise für die Erziehung eines Kindes oder die Arbeit in einem Hochschulgremium als gewähltes Mitglied.

Wir, das STUDIERENDENWERK, sind mit der Bearbeitung der BAföG-Anträge beauftragt. Alle notwendigen Formulare können Sie bei unserem Amt für Ausbildungsförderung (Reckhammerweg 1, 45141 Essen) einreichen. Die nötigen Formulare finden Sie online oder vor Ort in unserem BAföG-Amt.

Die Rückzahlungs­verpflichtung beginnt fünf Jahre nach dem Ende der Förderungs­höchstdauer. Im Quartal müssen Sie mindestens 315,00 € (105,00 €/mtl.) zurückzahlen. Ab dem 01.04.2019 steigen diese Quartalsraten auf 390,00 € (130,00 €/mtl.), sodass Sie max. 77 Raten begleichen müssen.

Insgesamt ist die Darlehensschuld auf 10.000 € gedeckelt. Wer seine BAföG-Schulden auch nach 20 Jahren nicht komplett zurückzahlen kann, dem wird seineRestschuld erlassen.
 

Sprechstunde

Persönliche Sprechstunde
Di: 13:00 - 15:30 Uhr
Do: 10:00 - 13:00 Uhr

Amt für Ausbildungsförderung
Reckhammerweg 1, 45131 Essen

Telefonsprechstunde
Di und Fr:   09:00 - 12:00 Uhr
Tel.: + 49 201 82010-111

 

FAQ

  • Wie lange dauert die Bearbeitungszeit?

    Die Bearbeitungszeit eines BAföG-Antrags beträgt in etwa zwei Monate. Daher ist es sinnvoll, den Antrag sobald wie möglich und vollständig (!) einzureichen. Insbesondere Folgeanträge sollten rechtzeitig gestellt werden, da es zum Semesteranfang aufgrund der Vielzahl an Erstanträgen zu einem Bearbeitungsstau kommen kann.

  • Welche Fristen gibt es beim BAföG?

    Grundsätzlich gibt es keine allgemeinen Ausschlussfristen. Jedoch wird BAföG nicht rückwirkend bewilligt. D.h. wenn Sie Ihr Studium im Oktober beginnen und Ihren Antrag erst im November einreichen, dann verschenken Sie Ihre BAföG-Förderung für Oktober.

    Wer BAföG rechtzeitig und nahtlos erhalten möchte, der sollte seinen Antrag so früh wie möglich (zwei Monate vor Ablauf des letzten Bewilligungszeitraums) beim Amt für Ausbildungsförderung einreichen.

    Für Erstanträge empfehlen wir eine direkte Antragsstellung, nachdem Sie den Zulassungsbescheid Ihrer Hochschule erhalten haben.

    Falls die Zeit knapp wird, aufgrund von Nachrückverfahren o.ä., kann ein vorläufiger formloser Antrag zur Fristwahrung gestellt werden.

  • Was passiert bei einem Fachrichtungswechsel?

    Durch einen erstmaligen Fachrichtungswechsel bis zum Ende des 3. Fachsemesters erlischt der BAföG-Anspruch nicht, wenn ein ‚‚wichtiger Grund’" vorliegt.

    Ein unabweisbarer Grund ist zudem grundsätzlich immer zu berücksichtigen, also auch nach dem 3. Fachsemester. Darunter versteht man einen objektiven Grund für den Fachrichtungswechsel, beispielsweise eine dauerhafte körperliche Einschränkung eines Sportstudenten nach einem Unfall. 

    Angerechnete Fachsemester von einem zum anderen Fachbereich werden gegebenenfalls auf die Förderungshöchstdauer angerechnet.

  • Was ist elternunabhängiges BAföG?

    In Ausnahmefällen ist eine elternunabhängige Förderung möglich.

    Die einzelnen Voraussetzungen hierzu lauten:

    • Der Studierende war nach Vollendung des 18. Lebensjahres und bis zum Beginn des Studiums insgesamt 60 Monate erwerbstätig, wobei Berufsausbildungszeiten nicht berücksichtigt werden. Erwerbstätig heißt, dass Sie so viel verdient haben müssen, dass Sie sich ohne Inanspruchnahme der Eltern selbst unterhalten konnten (aktuell 778,80 € monatlich - Stand: 10/2018). 
    • Der Studierende war nach dreijähriger Berufsausbildung mindestens drei Jahre Erwerbstätig; zusammen mit der Ausbildung muss eine Zeitspanne von mindestens 6 Jahren vorliegen.
    • Der Studierende ist bei Beginn des Ausbildungsabschnitts über 30 Jahre alt und weitere Voraussetzungen werden erfüllt - befragen Sie hierzu Ihren Sachbearbeiter.

    Bei elternunabhängiger Förderung sind Einkommenserklärungen der Eltern nicht mehr erforderlich. Das Einkommen des Ehegatten/eingetragenen Lebenspartners wird aber immer angerechnet.

  • Gibt es eine Altersgrenze?

    Studierende dürfen zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr und bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht vollendet haben, um BAföG zu erhalten.

  • Bekomme ich auch im Ausland BAföG?

    Für ein Studium im Ausland gibt es die Möglichkeit des Auslands-BAföG. Hierfür sind spezielle Ämter zuständig. Die jeweilige Adresse - abhängig von dem Land, in dem Sie studieren möchten - erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter oder unter www.bafoeg.bmbf.de.

    Weitere Förderungsmöglichkeiten bei einem Auslandsaufenthalt

    Besteht kein Anspruch auf Förderung nach BAföG, können Informationen über die Vergabe von Stipendien beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (www.daad.de), Kennedyallee 50, 53175 Bonn, und bei den Akademischen Auslandsämtern der Hochschulen (www.hochschulkompass.hrk.de) unter "Hochschulen" angefordert werden. Weitere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, 53170 Bonn (www.bmbf.de).

  • Kann ich mich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?

    Als BAföG-Empfänger haben Sie die Möglichkeit, sich vom Rundfunkbeitrag befreien zu lassen. Weitere Infos und den entsprechenden Antrag finden Sie hier: www.rundfunkbeitrag.de.

  • Was ist beim Ausfüllen des Antrags zu beachten?

    Um die Antragsfrist einzuhalten genügt zunächst ein formloser BAföG-Antrag. Die offiziellen Antragsformulare sind allerdings später nachzureichen. Bitte planen Sie ein, dass zwischen Beantragung und Auszahlung des BAföG-Betrages mehrere Wochen vergehen. Sie selbst können das Verfahren jedoch beschleunigen.

    Füllen Sie alle Felder aus! Auch wenn Sie meinen, irgendwo keine Angaben machen zu müssen, so machen Sie lieber einen Strich oder eine Null statt keine Angaben. Jede Lücke führt zu Nachfragen und Nachfragen führen zur Verzögerung - und Sie bekommen Ihr Geld schlimmstenfalls erst einen Monat später.

  • Wie oft muss ein neuer Antrag gestellt werden?

    Ausbildungsförderung wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Ihrem Förderungsbescheid ist auf Seite 1 zu entnehmen, für welchen Zeitraum Ihnen Ausbildungsförderung bewilligt wurde.

    Frühzeitig vor Ende des Bewilligungszeitraumes, etwa vier Monate vorher, sollten Sie einen unterschriebenen, vollständigen und mit allen Nachweisen versehenen Widerholungsantrag stellen, damit keine Zahlungsunterbrechungen entstehen.

  • Wann muss ein Eignungsnachweis erbracht werden?

    Mit Beginn des 5. Fachsemesters muss ein Eignungsnachweis darüber erbracht werden, dass Sie den ‚‚üblichen Leistungsstand‘‘ gem. § 48 Abs. 1 BAföG zum Ende des 4. Semesters erlangt haben.

    Bitte sprechen Sie mit Ihrer Sachbearbeiterin oder Ihrem Sachbearbeiter darüber, was dies in Ihrem konkreten Fall bedeutet.

  • Meine Eltern verweigern die Auskunft/Zahlungen- was nun?

    Weigern sich Ihre Eltern Auskunft über ihr Einkommen zu erteilen, beziehungsweise zahlen sie den angerechneten Einkommensbetrag nicht als Unterhaltsleistungen an Sie, so besteht die Möglichkeit, eine ‚‚Vorausleistung‘‘ zu beantragen.

    Das Amt für Ausbildungsförderung übernimmt nach Einzelfallprüfung ggf. die Zahlungen der Vorausleistungen neben dem BAföG-Anspruch. Dafür geht der Unterhaltsanspruch, den ein Studierender gegen seine Eltern hat, auf das Amt für Ausbildungsförderung über, wird von diesem gegebenenfalls per Unterhaltsklage zurückgefordert und bis zu diesem Zeitpunkt mit sechs Prozent verzinst.

    Sprechen Sie auf jeden Fall mit unseren sachkundigen BAföG-Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern.

  • Was darf ich zum BAföG hinzu verdienen?

    Bei einem Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten können Sie als Antragsteller 5.400,00 € (Stand 07/2019) brutto als Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit hinzuverdienen, ohne dass eine Anrechnung auf den BAföG-Satz erfolgt. Das heißt: Ein Mini-Job ist möglich, ohne dass sich die Höhe der BAföG-Förderung verändert. Bei Einkünften aus selbstständiger Arbeit liegt die Grenze bei 4.410,00 € brutto (Stand 07/2019).

    Das Kindergeld spielt für die Berechnung keine Rolle. Es wird nicht als Einkommen betrachtet und steht Ihnen somit zusätzlich zur Verfügung.

    Bitte beachten Sie: Andere Voraussetzungen gelten bei Praktikantenvergütungen oder bei Bezug von Waisenrente, diese werden in der Regel als Einkommen angerechnet. Bitte kontaktieren Sie bei Fragen hierzu Ihre Sachbearbeiterin oder Ihren Sachbearbeiter.

  • Wie wirkt sich mein eigenes Vermögen auf BAföG aus?

    Maßgeblich sind Ihre Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung. Hierfür sind umfassende Nachweise zu erbringen. 

    Vermögenswerte werden Ihnen auch dann zugerechnet, wenn Sie sie rechtsmissbräuchlich übertragen haben. Dies ist dann der Fall, wenn Sie im zeitlichen Zusammenhang mit der Aufnahme der Ausbildung übertragen wurden oder wenn Sie im Laufe Ihrer Ausbildung Teile Ihres Vermögens unentgeltlich oder ohne gleichwertige Gegenleistung Dritten, insbesondere Eltern oder Verwandten überlassen.

  • Was ist ein Härtefreibetrag?

    Auf Antrag kann zur Vermeidung unbilliger Härten, beispielsweise bei einer Behinderung des Studierenden oder des Unterhaltspflichtigen, ein Teil des Einkommens zusätzlich anrechnungsfrei bleiben.
    Berücksichtigt werden hier z.B. Behinderten- / oder Pflegepauschbeträge.

  • Was passiert bei falschen Angaben?

    Mit der Unterschrift auf dem BAföG-Antrag erklären Sie die Richtigkeit Ihrer gemachten Angaben mit rechtlicher Konsequenz, sollten sich Ihre Angaben als unwahr herausstellen.

    Zu wahrheitsgemäßen Angaben kann nur geraten werden, da das Amt für Ausbildungsförderung im Rahmen eines bundesweiten Datenabgleichs mit dem Bundeszentralamt für Steuern in der Lage ist, vorhandenes Vermögen festzustellen. Falsche Angaben führen zur Einleitung von Ermittlungen und gegebenenfalls zu Bußgeld-/ Strafverfahren wegen Missbrauchs von Sozialleistungen.

  • Was ist zu tun, wenn sich mein Einkommen oder das meiner Eltern ändert?

    Änderungen beim Einkommen des Antragstellers oder der Eltern, des Ehegatten oder des eingetragenen Lebenspartners, sind unverzüglich schriftlich mitzuteilen.

    Gegebenenfalls erfolgt eine Neuberechnung und es ergeht ein Änderungsbescheid.

News

Einfacher ans Geld: Jetzt BAföG beantragen

Studenten- und Studierendenwerke starten neue Kampagne zum BAföG.

Eine Kellnerin, ein Umzugshelfer, eine Pizzabotin:  erschöpfte junge Frauen und Männer bei typischen Studierendenjobs. „Einfacher ans Geld“, versprechen die Plakate, auf denen diese Motive zu sehen sind, dazu in fetten Lettern und liefern die Lösung gleich mit: „Jetzt BAföG beantragen!“. Mit dieser neuen Motiv-Serie werben die im Deutschen Studentenwerk (DSW) organisierten Studenten- und Studierendenwerke ab sofort für das BAföG.

Die Motive zeigen in leicht überspitztem Maß, wie anstrengend oder eintönig typische Studierenden-Jobs sein können, etwa wenn der Pizzabotin beim Ausliefern der Schweiß von der Stirn rinnt und ihr Make-up verwischt oder wenn die Bürokraft mit leerem Blick Papiere in den Akten-Vernichter einführt.

„Ab dem Wintersemester 2019/20 gibt es mehr BAföG für mehr Studierende“, erklärt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde den Hintergrund der Plakatserie. „Wir nehmen das zum Anlass, nochmal deutlich daran zu erinnern, BAföG zu beantragen.“

Die Verbesserungen beim BAföG sind weitreichend: Der Förderungs-Höchstsatz wurde von bisher 735,00 auf 853,00 € erhöht, die Freibeträge für eigenes Vermögen und das Einkommen der Eltern steigen. Außerdem verbessern sich die Rückzahlungsmodalitäten – sollte jemand 20 Jahre nach Studienabschluss noch offene Raten begleichen müssen, werden diese erlassen.

Meyer auf der Heyde weiter: „Viele Studierende versuchen lieber zu arbeiten, anstatt BAföG zu beantragen, weil sie Sorge haben, sich zu verschulden. Dabei besteht beim BAföG aufgrund der sozialen Rückzahlungsbedingungen praktisch kein Verschuldungsrisiko. Aber wer viel arbeitet, hat weniger Zeit zum Studieren, schafft vielleicht weniger Kurse pro Semester oder muss Abstriche bei den Noten machen. Deshalb wollen wir den Studierenden zeigen, dass es mit dem BAföG eine echte Alternative zum Jobben gibt.“

Die neuen BAföG-Motive online:
www.studentenwerke.de