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Studium mit Behinderung oder chronischer Erkrankung

Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sehen sich im Studium vielfältigen Herausforderungen gegenüber.

Oftmals ist eine exakte Studienverlaufsplanung notwendig, die nichts mit den allgemeinen Anforderungen des Studienganges gemein hat. Denn nicht jeder Studiengang berücksichtigt beispielsweise in seiner Studien-/ Prüfungsordnung und räumlichen Situation die notwendigen Nachteilsausgleiche für Behinderte.

Wir beraten Sie zu:

  • Nachteilsausgleichen
  • Härtefallregelungen
  • Unterstützungsmöglichkeiten

Wichtige Informationen

Überschreiten der Altershöchstgrenze bei Studienbeginn

Die Altersgrenze kann überschritten werden, wenn

  • eine Behinderung oder Krankheit ein Studium notwendig werden lassen oder
  • eine Behinderung oder Krankheit eine rechtzeitige Studienaufnahme verhindert.

Einen Anspruch auf BAföG haben Bewerberinnen und Bewerber nur, wenn sie das Studium unverzüglich nach dem Wegfall der Hinderungsgründe oder dem Eintritt der „Bedürftigkeit“ aufnehmen.

Zusätzlicher Härtefreibetrag bei Einkommensermittlung

Bei der Ermittlung des Einkommens der Eltern oder der Ehegatten/eingetragenen Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner kann ein zusätzlicher Härtefreibetrag berücksichtigt werden, wenn außergewöhnliche Zusatzaufwendungen belegt werden können, die durch eine Behinderung bedingt sind.

Dadurch kann sich die Freibetragsgrenze unter Umständen zugunsten der Antragstellenden verschieben. Berücksichtigt werden nicht nur die Behinderungen der antragstellenden Studierenden, sondern auch die eines Elternteils oder eines anderen unterhaltsberechtigten Familienmitglieds. Trifft das auf mehrere Familienmitglieder zu, erhöht sich der Freibetrag entsprechend.

    Zusätzlicher Vermögensfreibetrag

    In Ausnahmefällen kann man beantragen, dass zur Vermeidung unbilliger Härten ein weiterer Teil des Vermögens nicht auf das BAföG angerechnet wird. Dazu zählen unter anderem:

    • Ein angemessenes Kraftfahrzeug, sofern es erforderlich ist, um das Studium durchführen zu können.
    • Vermögen, das zur Milderung der Folgen einer körperlichen oder seelischen Behinderung bestimmt ist oder nach einem erlittenen Personenschaden die schädigungsbedingten Aufwendungen in der Zukunft decken soll.
    • Vermögen, mit dem nachweislich ein Hausgrundstück zu Wohnzwecken für behinderte oder pflegebedürftige Menschen von angemessener Größe beschafft oder erhalten werden soll, was durch den Einsatz oder die Verwertung des Vermögens gefährdet würde.

    Verlängerung der BAföG-Förderung

    Studierende können über die Förderungshöchstdauer hinaus BAföG bekommen, wenn sich das Studium wegen Behinderung oder aus anderen „schwerwiegenden Gründen“ verlängert. Nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum BAföG kann beispielsweise eine schwere Krankheit ein solcher "schwerwiegender Grund" sein.

    Nachweispflichten

    • die Behinderung oder schwere Krankheit selbst
      Das BAföG-Amt akzeptiert Bescheinigungen anderer Stellen, beispielsweise den Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes oder den Schwerbehindertenausweis. Andere geeignete Nachweise, beispielsweise fachärztliche Gutachten, sind zulässig. Aus ihnen muss hervorgehen, dass eine Behinderung gemäß der gesetzlich festgelegten Definition vorliegt (§ 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch 9. Buch). Schwer erkrankte Studierende haben entsprechende Nachweise in Form von fachärztlichen Gutachten zu erbringen.
    • die Ursächlichkeit der Behinderung/Krankheit für die Studienzeitverlängerung
      Es muss individuell und konkret nachgewiesen werden, dass sich das Studium gerade aufgrund einer Behinderung/schweren Erkrankung verzögert hat und nicht durch einen davon unabhängigen Lernrückstand.
    • die Unmöglichkeit oder die Unzumutbarkeit, diese Verzögerung zu verhindern
    • die tatsächlichen Zeitverluste

    Der Verlängerungsantrag muss vor Ende des aktuellen Bewilligungszeitraums gestellt werden.

    Beeinträchtigungsbedingter Mehrbedarf zum Studium

    Beeinträchtigte Studierende sind im Studium häufig auf technische Hilfsmittel, Studienassistenzen oder Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Wer dafür nicht selbst aufkommen kann, beantragt die Leistungen beim zuständigen Sozialhilfeträger als Eingliederungshilfeleistung für behinderte Menschen nach dem 12. Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Manche Hilfsmittel finanzieren die Krankenkassen.

    Pflege und Assistenz

    Wenn Studierende auf Pflege und Assistenz angewiesen sind, erhalten sie Leistungen der Pflegeversicherung. Wenn die Mittel die Kosten nicht decken, können Studierende Hilfe zur Pflege nach dem 12. Buch Sozialgesetzbuch zusätzlich beantragen. Landespflege- und Landesblindengeld ergänzen die Leistungen.

     

    Mehrbedarfe zum Lebensunterhalt nach § 27 SGB II

    Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten können ergänzende Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem Sozialgesetzbuch 2. Buch (SGB II) als Darlehn erhalten. Voraussetzungen:

    Sie sind "erwerbsfähig", finanziell bedürftig und studieren einen Studiengang, der "dem Grunde nach BAföG-förderungsfähig" ist (§ 7 Abs. 5 SGB II).

    Folgende Mehrbedarfe zum Lebensunterhalt können geltend gemacht werden:

    • Unabweisbare, laufende, nicht nur einmalige besondere Bedarfe
    • Mehrbedarf kostenaufwändige Ernährung
    • Zugang zu regulären SGB II-Leistungen für Studierende mit niedrigen BAföG- Leistungen, die bei ihren Eltern leben.

    Nachteilsausgleich „Unmöglichkeit des Selbstunterhalts“

    Kinder mit einer Behinderung, deren Behinderung während einer bestehenden Familienversicherung eingetreten ist und die behinderungsbedingt außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, können auch nach Vollendung des 25. Lebensjahrs über ihre Eltern familienkrankenversichert bleiben.

    Voraussetzung: Die Behinderung und die daraus resultierende Unmöglichkeit, sich selbst zu unterhalten, müssen vorgelegen haben, bevor die Altersgrenze erreicht. Entsprechende ärztliche Bescheinigungen und die Feststellung des Versorgungsamtes können als Nachweise dienen.

    Nachteilsausgleich „Verlängerung der studentischen Versicherungspflicht aus besonderen persönlichen und familiären Gründen“

    Die Versicherungspflicht kann in begründeten Ausnahmefällen verlängert werden, allerdings nicht unbegrenzt. Zu besonderen familiären oder persönlichen Gründen, die eine Verlängerung bewirken können, zählen u. a. eine Erkrankung von mindestens drei Monaten und Behinderung.

    Dabei wird bewertet, ob und wieweit die vorgebrachten Gründe eine Verlängerung des Studiums unumgänglich gemacht haben. Die Gründe müssen von solcher Art und solchem Gewicht sein, dass sie bei objektiver Betrachtungsweise die Aufnahme des Studiums oder dessen Abschluss verhindern oder als unzumutbar erscheinen lassen. Die Bewertung durch die Krankenkasse erfolgt jeweils semester- oder trimesterweise.

    Eine Verlängerung der Versicherungspflicht wegen Behinderung ist in der Regel auf sieben Semester begrenzt (14 + 7 Semester). Die Gründe für die Verlängerung der Versicherungspflicht müssen anhand geeigneter Unterlagen belegt werden. Die Versicherungspflicht als Student in der gesetzlichen Krankenversicherung endet auch im Fall des nahtlosen Vorliegens von so genannten Hinderungsgründen, spätestens mit dem 37. Lebensjahr.

    Den Ausweis erhält man auf Antrag (meist Versorgungsamt) ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50. Bei einer Behinderung von GdB 20 – 40 erhält man einen Nachweis per Feststellungsbescheid.

    Die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises ist möglich, wenn man seinen Wohnsitz in Deutschland hat und ist somit unabhängig von der Staatsbürgerschaft und dem Aufenthaltstitel.

    Der Schwerbehindertenausweis kann online beantragt werden. Bei der Antragsstellung muss festgelegt werden, ob nur der Grad der Behinderung oder zusätzlich noch ein Merkzeichen geprüft werden soll. Die Ermittlung erfolgt meist nach Befundlage. Nur in Ausnahmen erfolgt eine Begutachtung durch einen Arzt.

    Häufig wird ein Schwerbehindertenausweis mit einer Befristung von fünf Jahren ausgestellt. Außer es gibt keine Aussicht auf Verbesserung.

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